Bergbauwanderweg

Station 1: Parkplatz Grube Silberhardt

Wir möchten Sie einladen zu einer kleinen "Zeitreise" in die historischen

Bergbautätigkeiten in unserer Region vom Mittelalter bis zum Ende des

19. Jahrhunderts. In zahllosen Arbeitsstunden wurden von ehrenamtlichen Helfern Teile der Gebäude, Eingänge, Maschinen- fundamente und Lagepläne rekonstruiert.

Die Wanderung dauert ca. 45 Minuten und erstreckt sich über eine Länge von 1,7 Kilometer. Teile des Bergbauwanderweges sind für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen nur bedingt geeignet. Bitte führen Sie Hunde an der Leine.



Station 2: Grube Prosa

Die erste Erwähnung des Stollens der Grube PROSA stammt aus dem Jahre 1884. Mit diesem Stollen wurde die südliche Fortsetzung des Silberhardter Erzgang (Brauneisenstein) abgebaut. Bei der Öffnung des Stollenmundloches

zeigte sich, dass der Stollen gut 100 Jahre älter ist. Die Rekonstruktion, mit einen polnischen Türstock aus Fichte, zeigt den Zustand des 19. Jahrhunderts. Auf der Stollensohle konnte ein hölzernes Tretwerk nachgewiesen werden mit einer breiten Spurrinne für einrädige Schubkarren.

 



Station 3: Schachtanlage Grube Eisenberg

Bereits 1577 wird das erste Mal Eisenerzbergbau bei Kohlberg erwähnt.

Die eingestürzten Altschächte deuten auf den Beginn des Bergbaus schon im späten Mittelalter hin.

Die sichbaren Reste -  Maschinen-schacht, Maschinenhaus für die Fördermaschine, das Kesselhaus für die Wasserhaltung und Bewetterung - ,gehören zur Zechenanlage die 1920 eingerichtet wurde. Der Maschinenschacht erreichte eine Tiefe von 209m. Mitte 1924 wurde die Grube stillgelegt.

Station 4: Oberer Bremsberg

Die auf der Grube Eisenberg gewonnenen Erze wurden mit einer seilgeführten Lore von der Schacht-anlage über den Bremsberg zur Verladerampe an der Talstrasse transportiert. Der volle Wagen lief im Bremsberg an einem umgelenkten Seil abwärts wobei durch das Gewicht der Lore gleichzeitig ein Gegengewicht nach oben befördert wurde. Lies man das Gewicht wieder talwärts laufen, so zog es die leere Lore wieder nach oben. Dieses Verfahren erforderte nur einen geringen Energieeinsatz.

Station 5: Holzkohlemeiler und Köhlerhütte

Seit Mitte des letzten vorchristlichen Jahrtausends wurde im Bergischen Land Holz zu Holzkohle verkohlt. Grund Holz-kohle hat einen höheren Brennwert als frisches Holz um Erze zu schmelzen. Für den Meiler benötigte man Spaltholz, dünne Stämme oder Äste, die kreisrund aufgeschichtet und mit einer Schicht aus Rasensoden und Erde abgedeckt wurde. Der Schwellbrand des Meilers dauerte 3 Tage und 3 Nächte. während dieser Zeit mußte der Brand ständig kontrolliert werden, deshalb schliefen die Köhler in ihren selbstgebauten Hütten am Meilerplatz.

 



Station 6: Rennfeuerofen

Der Rennfeuerofen wurde nach dem Befund des bei Waldbröl ausgegrabenen Ofens aus der Zeit um 1153 n. Chr. rekonstruiert. Es handelt sich hier um einen Schachtofen. Im Ofen konnten die Eisenerze, dessen Erzanteil bei 23%

und 35% lagen verhüttet werden.

Das Eisenerz wurde zuerst gewaschen und zerkleinert und dann im Schachtofen mit einem Gemisch aus Holzkohle und zerkleinerten Eisenerz geschmolzen.

Der Verhüttungsprozeß fand bei einer Temperatur von 900° Celsius statt

Um an das geschmolzene Eisen zu gelangen wurde der Ofen nach jedem Schmelzvorgang zerschlagen.

Station 7: Grube Zwischenfeld

Der Stollen dieser Grube wurde im 18. Jahrhundert vorgetrieben. Da der Erzgang taub war, wurde die Arbeit nach 34,3 m eingestellt. Die Rekonstruktion des Mundloches erfolgte mit einem Deutschen Türstock in Eiche, wobei die seitlichen Stützen (Stempel) zum Teil noch erhalten waren. In der Stollensohle befindet sich eine, in den Boden eingetiefte Rösche (Entwässerungsrinne)

Station 8: Schmelzstätte

Die Schlackenhalde ist ein Hinweis auf einen Rennfeuerofen der zur Verhüttung von Braunerzen diente. Die Lage in einem Siefenkopf oder Quellmulde ist insofern wichtig, als zum Aufbau des Ofens, aus dem hier vorhandenen Lehm, Wasser benötigt wurde. Wasser wurde auch zum Erzwaschen und zum Ausschmieden der Luppe (gescholzenes Erz) gebraucht.

Station 9: Tiefer Stollen Grube Eisenberg

Der tiefe Stollen wurde ab 1911 gegraben (aufgefahren) um die starken Grubenwässer aus dem Bergwerk zu schaffen. Der Stollen war 422 m lang.

Noch heute treten diese Wässer mit ihrer typischen rotschwarzen Frarbe (Eisen-,Manganfarbe) als kleine Quellen aus dem Stollen.



Station 10: Tiefer Stollen Grube Silberhardt

Der tiefe Stollen diente der Entwässerung des Bergwerks. Er wurde schon 1820 begonnen und erreichte eine Länge von 750 m. Zu seiner Bewetterung (Belüftung dienten zwei Wetter(Luft-)schächte

Station 11: Unterer Bremsberg

Von der Verladerampe wurden die Erze der Grube Eisenberg dann mit LKW`s über die Talstraße zum Bahnhof Schladern abgefahren.

Station 12: Gedenkstein

Der tonnenschwere Eisenstein lag früher unterhalb der Grube Eisenberg.

Er könnte aus dem Abbau der Grube stammen. Mit Hilfe der stärksten Ochsengespanne aus den Höhenortschaften wurde er zum Friedhof geschleppt.

Der vom MGV 1878 Öttershagen errichtet Gedenkstein dient als Ehrenmal für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges. Auf dem Friedhof sind ehemalige Bergleute aus den Ortschaften Öttershagen, Kohlberg, Langenberg, Hau und Perseifen bestattet.

Station 13: Aufbereitungsanlage

Die Naßflotation wurde 1925 errichtet, um das in den Abraumhalden der Grube Silberhardt noch vorhandenen Eisenerz, mittels eines Elektro-magneten, zu gewinnen. Das Haldenmaterial wurde gewaschen und zerkleinert, dann in eine rotierende Trommel geleitet in der sich ein starker Magnet befand. Mittels dieses Magneten konnten man die Eisenerzbestandteile herraussortieren. Der Antrieb erfolgte mit einer Lokomobile über Treibriemen. Die Lokomobile war ein Dampfreaktor, der auch den Strom für den Elektromagneten erzeugte.

Wegen Unrentabilität wurde der Betrieb schon Ende 1925 eingstellt.

Station 14: Grube Silberhardt Oberer Stollen

Mit dem Ausbau des obere Stollen wurde am 15. November 1997 begonnen und erstmalig am 13. und 14 November 1999 für Besucher geöffnet und am 1.Juni 2001 fand die offiziell Eröffnung statt. Der Stollen erschließt Strecken aus dem 15. dem18. und dem 20. Jahrhundert. Er berichtet von der mühevollen Arbeit der Bergleute, das Silbererz abzubauen. Von Frauen- und Kinderarbeit. Heute können Sie mit unseren erfahrenen und geschulten Grubenführer ca.270 m  des historischen Stollen besichtigen.

 

Bis Bald in der Grube Silberhardt

Ein herzliches Glück Auf